Geburtsort

Für die Geburt gibt es verschiedene Orte, an denen man sein Kind gebähren kann. Wir haben vier Geburtsorte für Sie vorgestellt.

Hausgeburt

Eine geplante Hausgeburt, die von einer Hebamme begleitet wird, birgt für Mutter und Kind kein größeres Risiko als eine Klinikgeburt. Schließlich unterstützen die Geburtshelferinnen nur Frauen, die eine unkomplizierte Schwangerschaft erlebt haben und nicht unter Vorerkrankungen wie Diabetes leiden. Bei einer Beckenendlage sowie einem vorausgegangenem Kaiserschnitt stellt eine Hausgeburt keine Option dar. Paare, die sich eine natürliche Geburt in vertrauter Umgebung wünschen, sollten spätestens bis zur 20. Woche eine Hausgeburtshebamme gefunden haben, welche die werdende Mutter durch die Schwangerschaft begleitet und bei den ersten Geburtsanzeichen nach Hause kommt. Sie betreut dann nicht nur die Geburt, sondern versorgt danach auch die Mutter und das Neugeborene. Wer sich für eine Hausgeburt entscheidet, muss zwar weitgehend auf schmerzlindernde Maßnahmen verzichten und damit rechnen, bei Komplikationen doch noch in die Klinik wechseln zu müssen. Gleichzeitig sind zu Hause geborene Kinder in der Regel ausgeglichener und die Wöchnerinnen haben seltener mit dem „Baby-Blues“ oder Stillproblemen zu kämpfen.

Geburtshaus

In einem Geburtshaus begleiten Hebammen die werdenden Mütter beziehungsweise Paare durch Schwangerschaft und Geburt: Da in einem Geburtshaus in der Regel bereits Geburtsvorbereitungskurse sowie auch die Vorsorgeuntersuchungen stattfinden, gebären Frauen hier in vertrauter Atmosphäre. Weil die Geburtshelferinnen großen Wert auf persönliche Betreuung legen, findet im Geburtshaus während der Geburt kein Hebammenwechsel statt und es wird sehr einfühlsam auf die Bedürfnisse der Schwangeren eingegangen. Die medizinische Ausstattung einer solchen Einrichtung ist zwar nicht mit der einer Klinik vergleichbar, doch sind meist eine Sauerstoffversorgung und ein CTG-Gerät vorhanden. Manche Geburtshäuser arbeiten auch mit Ärzten zusammen.
Einige Stunden nach der Geburt verlassen die frischgebackenen Eltern mit ihrem Baby das Geburtshaus und werden in den folgenden Tagen und Wochen zu Hause von „ihrer“Hebamme besucht. Damit die Mutter sich im Wochenbett gut von den Strapazen der Geburt erholen kann, sollte die Familie bereits im Vorfeld eine Unterstützung für den Haushalt sowie eventuell eine Betreuung für die älteren Geschwister organisieren.

Klinikgeburt

In Deutschland werden etwa 98 Prozent aller Kinder in einer Klinik geboren, da die meisten werdenden Eltern eine umfassende medizinische Versorgung schätzen: In einem Krankenhaus kann bei einem problematischen Geburtsverlauf rasch ein Kaiserschnitt vorgenommen werden und die Gebärende hat verschiedene Möglichkeiten der Schmerzbehandlung, darunter beispielsweise die PDA, zur Verfügung. Allerdings empfinden viele Frauen es als irritierend, wenn während der Geburt ein Schichtwechsel ansteht und eine andere Hebamme die Betreuung übernimmt.
Damit die Geburt zu einem positiven Erlebnis wird, empfiehlt es sich, die Klinik sorgfältig auszuwählen: Herrscht eine angenehme Atmosphäre? Wie hoch ist die Kaiserschnittrate? Und kann die Schwangere zwischen verschiedenen Gebärpositionen – wie zum Beispiel in der Badewanne oder auf dem Gebärhocker – wechseln?
Da Mutter und Kind die Klinik in der Regel erst am vierten Tag nach der Geburt wieder verlassen, hat die Wöchnerin Gelegenheit, sich von den Strapazen der Wehen zu erholen, ohne sich zu Hause um den Haushalt oder ältere Geschwister zu kümmern. Auch kann sie das Baby hin und wieder den Säuglingsschwestern überlassen, um beispielsweise nachts einige Stunden am Stück zu schlafen.

Ambulante Geburt

Mit einer ambulanten Geburt finden werdende Paare einen Kompromiss zwischen dem Bedürfnis nach Sicherheit und dem Wunsch, die ersten besonderen Tage mit dem Baby in gewohnter Umgebung zu Hause zu verbringen.
Eine ambulante Geburt läuft wie eine normale Klinikgeburt ab: Die Gebärende wird von einer Hebamme und eventuell einem Arzt begleitet, kann eine Schmerzbehandlung in Anspruch nehmen und befindet sich im Falle von Komplikationen in den Händen medizinischen Fachpersonals.
Ist die Geburt reibungslos verlaufen und Mutter und Kind sind wohlauf, so bleibt die junge Familie noch für zwei bis sechs Stunden in der Klinik, um beispielsweise das Auftreten von starken Blutungen ausschließen zu können. Dann jedoch heißt es nach Hause fahren!