Elterngeld

Elterngeld für Eltern nach Geburt des Kindes

Das Elterngeld ersetzt das frühere Erziehungsgeld und gilt als Lohnersatzleistung, wenn Sie nach Geburt Ihres Kindes die Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise für die Kinderbetreuung unterbrechen. Es kann sowohl von Müttern als auch von Vätern bezogen werden. Dies gilt übrigens auch für Adoptiveltern. Beide Partner können frei auswählen, wer wie lange zuhause bleibt. Mütter können mindestens zwei und maximal 12 Monate in Anspruch nehmen. Beteiligt sich der Partner an der Kinderbetreuung, gibt es zwei weitere Monate hinzu, sodass insgesamt 14 Monate Elterngeld gezahlt wird. Alleinerziehende dürfen die vollen 14 Monate in Anspruch nehmen.

Voraussetzungen fürs Elterngeld

Anspruch auf Elterngeld haben Arbeitnehmer, Beamte und Selbstständige sowie Studierende, Auszubildende und erwerbslose Elternteile. Die Voraussetzungen sind, dass Sie ihr Kind nach der Geburt selbst betreuen und nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten. Zudem müssen Ihre Kinder im gleichen Haushalt leben und Ihr Wohn- bzw. Hauptaufenthaltssitz in Deutschland sein. Elterngeld steht Ihnen auch zu, wenn Sie aufgrund der Betreuung älterer Kinder nicht gearbeitet haben. Lag Ihr zu versteuerndes Einkommen vor der Geburt des Kindes jedoch bei 500.000 Euro und mehr, bekommen Sie kein Elterngeld. Dies gilt auch für Alleinerziehende mit einem Voreinkommen von 250.000 Euro und mehr.

Elterngeldberechnung und Höhe der Bezüge

Elterngeld beantragen
Antrag auf Elterngeld

Lag das Voreinkommen des Partners, der Elterngeld in Anspruch nimmt, zwischen 1.000 und 1.200 Euro, wird das wegfallende Einkommen zu 67 Prozent ersetzt. Bei Geringverdienern mit einem Verdienst unter 1.000 Euro steigt die Ersatzrate schrittweise auf bis zu 100 Prozent. Dabei gilt: Je geringer das Voreinkommen, desto höher die Ersatzrate. Bei einem Nettogehalt von 1.200 Euro und mehr sinkt sie auf 65 Prozent.
Zeiten während der Mutterschutzfristen, schwangerschaftsbedingte Krankenfehlzeiten mit Verdienstausfall sowie Monate, in denen Sie Mutterschafts- oder Elterngeldzahlungen für ältere Kinder bezogen haben, werden nicht zur Berechnung herangezogen. Stattdessen nimmt die Elterngeldstelle weiter zurück liegende Monate als Grundlage zur Kalkulation.

Geschwisterbonus und Mutterschaftsgeld

Familien mit mehreren Kindern profitieren vom Geschwisterbonus, wenn im Haushalt mindestens ein Kind unter drei Jahren lebt bzw. zwei Kinder unter sechs Jahren oder ein Kind unter 14 Jahren mit Behinderung. In allen Fällen wird ein Zuschlag von 10 Prozent des sonst zustehenden Elterngeldes gewährt. Bei Mehrlingsgeburten erhalten Sie einen Mehrlingszuschlag von 300 Euro pro Kind, zudem besteht der Elterngeldanspruch hierbei für jedes Kind einzeln.
Falls Sie gleichzeitig Mutterschaftsgeld beziehen, wird dies auf das Elterngeld angerechnet. Bekommen Sie beispielsweise für zwei Monate lang Mutterschaftsgeld ausgezahlt, gilt der Elterngeldanspruch nur für 10 Monate. Beantragen sollten Sie das Elterngeld dennoch, da Sie eventuell Restzahlungen für die Monate mit Bezug von Mutterschaftsgeld bekommen können.

Regelungen bei Einkommensersatzleistungen

Arbeitslosengeld I zählt bei der Elterngeldberechnung nicht mit, weil es eine Lohnersatzleistung ist. In diesem Fall wird nur das Einkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt zur Berechnung herangezogen. Waren Sie z. B. acht Monate arbeitslos, wird das Elterngeld nach dem Gesamtnettoeinkommen der vier Monate Erwerbstätigkeit berechnet. Zudem haben Sie zwei Wahlmöglichkeiten: Sie können 300 Euro Elterngeld und zusätzlich Arbeitslosengeld erhalten, wobei Sie letzteres nur dann bekommen, wenn Sie für mindestens 15 und höchstens 30 Wochenstunden Arbeit zur Verfügung stehen. Oder Sie beziehen Elterngeld in Höhe von 67 Prozent vom wegfallenden Einkommen und machen später Ihren Restanspruch auf Arbeitslosengeld geltend, da sich dieser durch die Elternzeit nicht verkürzt. Wenn Sie Arbeitslosengeld II (Hartz 4), Sozialhilfe oder Kinderzuschlag erhalten, wird Ihnen ein zusätzlicher Elterngeldfreibetrag von maximal 300 Euro gewährt, welcher der Einkommenshöhe vor Geburt des Kindes entspricht. Gleiches gilt, wenn Sie Kranken-, Verletzten- oder Übergangsgeld beziehen.

Elterngeld 2015 – Das müssen Sie wissen

Ab dem 1. Januar 2015 tritt die Reform des Bundeselterngeldes in Kraft. Vor allem Paare, die während der Elternzeit wieder arbeiten gehen wollen, profitieren vom neuen Elternzeitgesetz. So bekommen Sie, wenn Sie sich die Kinderbetreuung teilen wollen, statt zwei nun vier Partnerschaftsbonusmonate gewährt. Der doppelte Elterngeldanspruch bei Zwillingen entfällt, da bei der Geburt von Mehrlingen nicht gleichzeitig mehr Erwerbseinkommen ersetzt werden muss.
Zudem können sie ab 2015 zwischen Basiselterngeld und Elterngeld Plus unterscheiden. Die genauen Regelungen sind recht komplex. Ihre zuständige Elterngeldstelle hilft Ihnen aber sicher gerne weiter.

Elterngeld beantragen

Jedes Elternteil kann für sich selbst einen einmaligen Antrag auf Elterngeld stellen und zwar in schriftlicher Form. Dies muss nicht sofort nach Geburt des Kindes sein, sollte jedoch vor Ende des Bezugszeitraumes geschehen, da nur für die letzten drei Monate vor Beginn des Monats, in dem der Antrag gestellt wurden, rückwirkend Elterngeld gezahlt wird.

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